Asset Publisher
Zurück

181120_Testfilter-Werte-2018

Auswertung der Daten aus dem Testfilter für 2018

Wir untersuchen seit Mitte 2017 regelmäßig ca. 30 verschiedene Werte in unserer Testfilteranlage. Einige Ergebnisse davon stellen wir hier vor.

Für die Ermittlung der Werte werden in der Saison wöchentlich Wasserproben durch Mitarbeiter*innen des betreuenden Büros AKUT Umweltschutz entnommen. Die Proben werden im Potsdamer Umweltlabor auf verschiedene Parameter hin analysiert und die Ergebnisse zeitnah zur Verfügung gestellt. Wir stellen hier einige der Ergebnisse vor.

Die Angaben sind noch ohne Gewähr, sie geben aber einen guten Überblick zum Gewässerzustand und der Filterwirkung im Testfilter.

E.Coli-Werte

Als erstes zeigen wir die E.Coli-Werte aus der Messstelle Spreekanal (am Zulauf zum Testfilter) und der Messstelle Filter 1 (im Ablauf des Filterbeckens entnommen). Die Proben aus den Filterbecken sind 2 Stunden nach der Beprobung des Flusswassers entnommen wurden. Diese Zeit benötigt das Wasser, um durch de Filterpakete hindurch zu fließen und gefiltert zu werden. Dabei ist eine deutliche Reduktion der E.Coli-Belastung nach dem Durchfluss durch das Filterbecken zu erkennen.

Bei der Bestimmung gibt es eine Untergrenze (<15 - hier dargestellt mit jeweil 10) und eine Obergrenze (>35.000).

Das Digramm hat eine logarhitmische Y-Achse, so lassen sich die niedrigen Werte differenzierter wiedergeben, die höheren Werte schlagen dadurch grafisch nicht so weit aus.

Beim Bewegen der Maus über die jeweiligen Graphen werden die Werte angezeigt. Lücken in den Graphen entsprechen einer Nichtbestimmbarkeit.

 

Durch das Starkregenereignis vom 12./13.07.2018 wurden ca 45.000 m3 ungeklärte Abwässer im Oberlauf des Testfilters in die Spree geleitet. Wir haben daraufhin eine Intensivbeprobung vorgenommen und über automatische Probenehmer im 2-Stunden-Abstand Mischproben entnommen, deren Ergebnisse in dem Ausschnittsdiagramm wiedergegeben sind. Dabei werden die vom LaGeSo vorgegebenen Grenzwerte nur kurzzeitig überschritten, die empfohlenen Grenzwerte des Umweltbundesamtes werden nach wenigen Stunden wieder unterschritten.

Es war das erste und bisher einzige Überlaufereignis, das mit Hilfe der Testfilteranlage erfasst wurde. Wir sind mit den Ergebnissen zufrieden, benötigen jedoch weitere Messreihen von Überlaufereignissen, um genauere Aussagen treffen zu können.

Intestinale Enterokokken

Die Werte intestinaler Enterokokken sind weiterere Indikatoren für die Wasserqualität gemäß Badegewässerverordnung. Das LaGeSo schreibt hier einen Grenzwert von 700 KBE / 100ml für eine gute Qualität vor (Link). Auch hier zeigen wir den Vergleich zwischen dem Spreewasser an der Zulaufstelle aus dem Spreekanal und dem Wasser nach der Filterung in Becken 1. Erneut lässt sich eine deutliche Reduzierung der Belastung ablesen.

 

In der Regel sind die Werte des gefilterten Wassers unterhalb des messbaren Bereichs von 15 KBE / 100ml. Selbst während des Überlaufereignisses Mitte Juli wurden die Grenzwerte nur kurzzeitig überschritten.

Coliforme Keime

Ein weiterer Parameter für die Indikation von Badegewässergüte wird durch die Bestimmung coliformer Keime auf 100 ml ermittelt. Hier gibt das LaGeSo den Grenzwert für die "gute Qualität" bei 10.000 KBE / 100ml an.

Im Ausschnitt für das Überlaufereignis Mitte Juli kann man die kurzfristige Überschreitung der Grenzwerte sehen.

 

Weitere Wasserwerte

Weil sie mit der Probenentnahme ebenfalls untersucht worden sind, zeigen wir zusätzlich die Werte für die Wassertemperatur, den pH-Wert und den Sauerstoffgehalt sowie in einem separaten Diagramm die Leitfähigkeit des Wassers im Spreekanals.

Da die Lufttemperatur schon im Mai 2018 sommerliche Werte erreichte und die Fließgeschwindigkeit der Spree gering war, stieg die Wassertemperatur frühzeitig im Jahr und hielt bis Ende September Temperaturen von über 20°C.