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Flussbäder weltweit

Flussbad Berlin ist natürlich nicht das einzige Flussbad weltweit. Und das erste Flussbad der Welt ist es genauso wenig. Es gibt viele Vorreiter und mindestens genauso viele zeitgenössische Wegbegleiter.

Die Tradition des Flussbadens reicht insbesondere in der Schweiz sehr weit zurück. Ob in Rhein, Limmat oder Aare, die Wasserqualität ist dort meist so gut, dass man einfach so in diese Flüsse springen kann. In den vergangenen zwei Dekaden besinnten sich weltweit viele Städte ihrer Gewässer, die zunehmend von der Stadtgesellschaft zurück erobert werden.

Hier wollen wir eine Auswahl von Referenzprojekten zu unserer Flussbad Berlin Idee auf der ganzen Welt zeigen und peu à peu ergänzen. Diese liegen an Flüssen, Bächen, ehemaligen Fluss- und Meereshäfen und wurden mit mehr oder weniger Infrastruktur ertüchtigt.

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London - Thames Baths

London - Thames Baths

Viele städtische Wasserstraßen haben eine problematische Entwicklung genommen, seitdem die Industriegebäude längs der Ufer geschlossen wurden. Nirgends ist dieses Problem virulenter als in London, wo Hochhäuser in rasendem Tempo die alte, niedrige Uferbebauung ersetzen.

Die Themse wird zum Canyon – diese besorgniserregende Entwicklung ist in Vierteln wie Vauxhall und Nine Elms klar zu erkennen. Privatwirtschaftlich errichtete, nicht öffentliche Bauten werden zu einer unüberwindbaren Barriere zwischen Stadt und Fluss. Luxus-Immobilien okkupieren das Flussufer. Öffentlicher Raum wird der Allgemeinheit entzogen. Hinzu kommt, dass die meisten der neuen Eigentumswohnungen ausländischen Investoren gehört, die hier nicht wohnen und entsprechend leblos sind die Quartiere. Die Wiederaneignung der Flüsse wird natürlich das Problem teuren oder fehlenden Wohnraums nicht lösen. Aber sie schafft den Zugang zum größten öffentlichen Raum in London. Der städtische Abschnitt der Themse ist sieben mal so groß wie der Hyde Park. Bislang wird der Fluss ausschließlich vom kommerziellen Schiffsverkehr genutzt.

1865 wurde die Londoner Kanalisation eröffnet, seit 150 Jahren sind die Abwasserleitungen an den Grenzen ihrer Kapazität. Über 57 Mischwasserüberläufe gelangten allein im Jahr 2014 39 Millionen Tonnen Abwasser in die Themse. Dieser Herausforderung müssen sich alle Metropolen stellen. Deshalb plant das Unternehmen Thames Water einen "Thames Tideway Tunnel", der 2023 fertig gestellt sein soll und an dessen Realisierung die deutsche Allianz Verischerung maßgeblich beteiligt ist. Mit der dann abzusehenden Verbesserung der Flusswasserqualität, könnte die Themse wieder ein Stück Lebensqualität zurückbringen.

Die Gestaltung eines natürlichen Zugangs zum Fluss ist die Grundidee des Projekts „Thames Baths“. Das Ziel der Gründer (Studio Octopi) ist es, ein auf dem Fluss treibendes öffentliches Becken zu schaffen, das keinen Eintritt kosten soll. Mit entsprechenden didaktischen Angeboten soll hier ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, welche Möglichkeiten der Fluss den Bürgern früher einmal geboten hat und in Zukunft wieder bieten könnte – wenn sich die Stadtgesellschaft seiner annimmt.

Mehr zum Projekt "Thames Baths" finden sich hier.