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Flussbäder weltweit

Flussbad Berlin ist natürlich nicht das einzige Flussbad weltweit. Und das erste Flussbad der Welt ist es genauso wenig. Es gibt viele Vorreiter und mindestens genauso viele zeitgenössische Wegbegleiter.

Die Tradition des Flussbadens reicht insbesondere in der Schweiz sehr weit zurück. Ob in Rhein, Limmat oder Aare, die Wasserqualität ist dort meist so gut, dass man einfach so in diese Flüsse springen kann. In den vergangenen zwei Dekaden besinnten sich weltweit viele Städte ihrer Gewässer, die zunehmend von der Stadtgesellschaft zurück erobert werden.

Hier wollen wir eine Auswahl von Referenzprojekten zu unserer Flussbad Berlin Idee auf der ganzen Welt zeigen und peu à peu ergänzen. Diese liegen an Flüssen, Bächen, ehemaligen Fluss- und Meereshäfen und wurden mit mehr oder weniger Infrastruktur ertüchtigt.

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Siegen - Siegtreppen

Siegen - Siegtreppen

Über 30 Jahre verdeckte die „Siegplatte“ als Großparkplatz den zentralen Bereich des Flusslaufes in der Siegener Innenstadt und war somit sinnbildlich für die autogerechte Stadt der Nachkriegsmoderne. Mit der Renaturierung des Flusslaufes, den 180 Meter langen neuen „Siegtreppen“, mit der Neugestaltung weiterer Plätze, Promenaden und Brücken im direkten Umfeld der Sieg erhält die Stadt ihre Stadtmitte am Fluss zurück. Die großzügigen Freiräume verbinden die vielseitigen Ansprüche der Bewohner auf städtisches Leben und „grüner“ Erholung im direkten Kontakt mit dem Element Wasser.

Im Stadtzentrum von Siegen wurde 1968/69 die erste Parkanlage gebaut, die sogenannte „Siegplatte“. Die 260 Meter lange Überbauung der Sieg, die nur noch durch einen Spalt sichtbar blieb, musste nach dreißig Jahren dringend saniert werden. Allerdings gab es seit 1991 bereits Diskussionen über einen Abriss der Plattform, der sich aber erst im Rahmen des Strukturförderprogramms „Regionale 2013“ in Südwestfalen umsetzen ließ – mit Fördermitteln, die es für eine Sanierung nicht gegeben hätte.

So sollte die Plattform einer langen Freitreppe mit Sitz- und Trittstufen, die an das renaturierte Flussbett grenzen, weichen. Auch ein barrierefreier Zugang zu den unteren Ebenen über eine Rampe wurde eingeplant. Einige Sitzpodeste wurden aus wasserbeständigen Douglasienstämmen gefertigt, um auch einer bis zu zehnfachen Wassermenge der Sieg bei Hochwasser standhalten zu können. Aufgrund einer erwarteten starken Nutzung wurde auf eine starke Begrünung verzichtet. Des Weiteren wurden neue Brücken errichtet sowie die angrenzenden Fußgängerzonen neu gepflastert und mit Baumbeeten, Sitzbänken und Spielgeräten ausgestattet.

Um die Kritiker zu überzeugen und den Bürgern und Einzelhändlern die lange Bauzeit zu erleichtern, wurde der Stadtumbau offensiv kommuniziert. So bemalten Schulklassen die frei geräumte Siegplatte vor ihrem Abriss und verwandelten sie in ein überdimensionales Kunstwerk. Ein „Abrissfest“ leitete 2012 die Bauarbeiten ein. Ein Baustellenbüro und eine Website, informierten über die Baufortschritte. Der Bürgermeister, der alte und der neue Stadtbaurat übernahmen persönlich Baustellenführungen.

Siegens Bürger bevölkern nun schon bei den ersten Sonnenstrahlen das neue Ufer, das als „Siegtreppe“ bereits in den Sprachgebrauch eingegangen ist. Nun müssen die weiteren mutigen Schritte beweisen, dass auch die Wiederbelebung der historischen Oberstadt gelingt.

Mehr Informationen zum Projekt „Siegtreppe“ sind hier zu finden.