Asset Publisher

Der Traum vom sauberen Wasser

Ein schöner Beitrag über Flussbad aus Anlass des Tags der Städtebauförderung

"Als Erstes denken alle ans Baden. Und zugegeben: Die Vorstellung, hier zwischen Pergamonmuseum und Stadtschloss in sauberem Wasser seine Bahnen zu ziehen, hat etwas ungeheuer Verlockendes. Doch beim Projekt „Flussbad Berlin“ geht es um viel mehr als die Möglichkeit zwischen Museumsbesuchen kopfüber ins Wasser zu tauchen. „Es zählt der Gedanke der Nachhaltigkeit“, sagt Barbara Schindler, die für den Verein „Flussbad Berlin e. V.“ arbeitet. „Wasser ist eine kostbare Ressource und sollte auch so wahrgenommen werden.“

Diesem Gedanken verpflichtet wurde das Flussbad zum Nationalen Projekt des Städtebaus erklärt. Zwischen 2014 und 2018 werden insgesamt vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die Machbarkeit zu prüfen und voranzutreiben. Zwei Drittel davon trägt der Bund, ein Drittel das Land Berlin. Bereits in diesem Jahr soll ein Testfilter in einem dafür umgebauten historischen Kahn die natürliche Filterung des Flusswassers simulieren, um so Erkenntnisse für den Bau einer großen Filteranlage zu gewinnen.

Dem Vorwurf, mit dem Bad eine „Eventisierung“ der historischen Mitte betreiben zu wollen, tritt Schindlers Mitstreiterin Charlotte Hopf entschieden entgegen: „Das Thema Wasser muss man prominent präsentieren.“ Und das gehe nun mal am besten in der Mitte Berlins. Die Architektin ist zweite Vorsitzende und Gründungsmitglied des Vereins. Zwischen Fischerinsel und Kupfergraben erklärt sie die Grundzüge der Idee für einen Spreekanal mit Badewasserqualität.

Dazu gehört auch, den Wasserzug wieder zu einem Ort zu machen, der im öffentlichen Bewusstsein verankert ist und entsprechend aufgesucht wird. Eine Idee ist es, den Uferbereich an der Fischerinsel naturnah zu gestalten und an bestimmten Stellen vorsichtig abzusenken. Wo heute eine abweisend hohe Mauer den Kanal fasst, könnte in einigen Jahren eine sanft abfallende Wiese oder Treppe zum Wasser führen. Denkbar ist auch eine städtebauliche Lösung, die die eher hermetisch wirkende Museumsinsel zugänglicher macht. „Die Museumsinsel ist ein Ort, der für unsere Werte und Ideale steht – dazu gehört auch der Schutz der Natur“, sagt Hopf.

Im Frühsommer 2017 eröffnet der Verein eine öffentliche Sommerterrasse just an der Stelle am Mühlengraben, wo im 19. Jahrhundert eine Flussbadeanstalt mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken zum Bade lud. Hier sind die Besucher*innen eingeladen, sich über das Projekt zu informieren und vom ausgiebigen Baden im Fluss zu träumen."

Aus „Berlin entdecken. Tag der Städtebauförderung“; Herausgeberin: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen; Redaktion: Runze & Casper Werbeagentur GmbH