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Ausschreibung für Laboruntersuchungen zur Wasserqualität der Spree / des Spreekanals

FLUSS BAD BERLIN hat im Spreekanal eine schwimmende Testfilteranlage in einem historischen Finowmaßkahn installiert, die bis Ende 2021 Untersuchungen zur Wassergüte der Spree / des Spreekanals wie auch der Abläufe der Filter-Prototypen vornehmen soll.

Beschreibung der Testfilteranlage

Allgemeines

Die Testfilter-Versuchsanlage ist in einen Finowmaßkahn mit ca. 42 m Länge und 5 m Breite eingebaut und wird im Bereich vor der ehemaligen Sportbootschleuse im Spreekanal am rechten Ufer betrieben. Im Wesentlichen ist die Versuchsanlage als getauchte Festbettfilteranlage ausgeführt. In dem Schiff sind vier Behandlungseinheiten in Form von vertikal durchströmten Festbettfiltern installiert. Jede Einheit ist in einem separaten Becken im Schiff untergebracht. Der Austausch von Wasser wird durch Verrohrungen und Pumpen gesteuert. Jede der Behandlungseinheiten soll Spreewasser mit einem kontinuierlichen Volumenstrom von bis zu 120 m³/d (1,39 l/s) behandeln. Dies entspricht maßstäblich der Wassermenge, die durch die vorgesehene Filteranlage des Projekts FLUSS BAD BERLIN strömt.

Vier Festbettfilter

Es werden vier verschiedene Filtermedien getestet, wobei inerte, mineralische Substrate wie Kies, Blähton oder Lavagesteinssplitt zum Einsatz kommen. Die Festbettfilter können mittels Druckluft künstlich belüftet werden. Dazu wurden in die Drainagekörper Belüftungsschläuche eingebracht.

Filter 1 wird unbepflanzt mit einer Filterschicht aus 4/8er Blähton betrieben, um die alleinige Wirkungsweise des mineralischen Biofilters zu prüfen.

Filter 2 wurde aus gebrochener, poröser Lavaschlacke umgesetzt. Zusätzlich werden Tauch- und Schwimmblattpflanzen auf ihre Eignung zur Erhöhung der Zooplanktondichte getestet (z.B. Gelbe Teichrose (rhizombildend) Nuphar lutea; Ähriges Tausendblatt (rhizombildend) Myriophyllum spicatum; Hornblatt (flotierend) Ceratophyllum demersum).

Filter 3 wird mit einem 4/8er Kies betrieben. Er ist zusätzlich mit helophytischen, rhizombildenden Repositionspflanzen bepflanzt (Schilf Phragmites australis; Seggen Carex riparia bzw. C. acutiformis; Teichsimse Schoenoplectus lacutris).

Filter 4 wird mit 8/16er Blähton als dem gröbsten Filtermaterial betrieben. Er ist bepflanzt mit Schilf Phragmites australis; Seggen Carex riparia bzw. C. acutiformis; Teichsimse Schoenoplectus lacutris‘.

Informationen zum Auftrag

Art des Auftrags
Laboruntersuchungen, Ergebnisberichte, Einbindung in fortlaufende Ergebnisdatenbank, Probentransport.

Hauptort des Auftrags
Berlin

Laufzeit des Auftrags
Bis voraussichtlich Ende Oktober 2021, wobei weiterführende Untersuchungen in einem geometrisch geänderten Aufbau für 2022/2023 geplant sind.

Vergabeverfahren
Beschränkte Ausschreibung ohne Teilnehmerwettbewerb nach UVgO.

Leistungsbeschreibung

Die Leistungen sind in folgende Lose aufgeteilt. Der Auftraggeber behält sich eine Losweise Vergabe vor.

LOS 1: Laboruntersuchungen chemischer und bakteriologischer Parameter im Regelbetrieb

Im Rahmen des Testfilterbetriebs wird eine regelmäßige Untersuchung von Proben der folgenden Laborparameter gefordert. Zur Untersuchung zählt die Entgegennahme von Gewässerproben in vom Auftragnehmer bereitgestellten geeigneten Probenahmegefäßen, die Laboruntersuchung, die schriftliche Auswertung/Dokumentation und die Bereitstellung der Ergebnisse in digitaler Form. Die Parameter werden auch untersucht, um die ab 2021 betriebenen Online-Sensoren zu überwachen und ggf. Kalibrationen vorzunehmen.

Folgende chemische und bakteriologische Parameter sind zu untersuchen:

Parameter

Methode

Geplante Menge pro Monat

Ammonium

DIN 38406-E5-1

8

Nitrat

DIN EN ISO 10304-D20

8

AFS

DIN 38 409 H2

8

BSB 5

DIN EN 1899-1-151

8

TOC homogenisiert

DIN EN 1484

8

SAK 254

Anlehnung an DIN 38404 C3

8

E. coli

DIN EN ISO 9308-3

8

Intestinale Enterokokken

DIN EN ISO 7899-1

8

Coliforme Keime

DIN EN ISO 9308-2

8

Koloniezahl (KBE) bei 36°C

DIN EN ISO 6222

8

Pseudomonas Aeruginosa

DIN EN ISO 16266

8

 

Die Beprobung erfolgt in der Regel zwei Mal monatlich von Anfang Juni bis voraussichtlich Mitte / Ende Oktober 2021. Untersucht werden immer der Zulauf sowie die Abläufe der Filter 1, 2 und 4, da aus technischen Gründen für Filter 3 in 2021 keine Messungen mehr erforderlich sind. Das heißt, dass im Regelfall immer Sätze von 4 Proben zu untersuchen sind woraus sich voraussichtlich um die 40 Regeluntersuchungen pro Parameter ergeben.

LOS 2: Laboruntersuchungen der in LOS 1 genannten Parameter in der Intensivbeprobung

Neben der Regelbeprobung sind Intensivbeprobungen bei starken Niederschlagsereignissen geplant, die vorher nicht genau zu terminieren sind. Bei solchen Gelegenheiten kommt es in der innerstädtischen Spree zu Überläufen aus der Mischabwasser-Kanalisation. Dies stellt den Lastfall für die untersuchten Filtrationssysteme dar und ist damit von besonderem Interesse für das Projekt.

Da diese Ereignisse von 2017 bis 2020 unterdurchschnittlich selten eingetreten sind, wurde ab 2020 damit begonnen, diese Mischabwasser-Belastung auf die Filter künstlich herzustellen. Dazu wurde Abwasser mit Spreewasser entsprechend der zu erwartenden Verhältnisse gemischt und für 24h auf die Filter gegeben. Diese Art Versuch ist auch in 2021 geplant und soll zwischen Juli bis September 2021 durchgeführt werden.

Wichtig zu wissen für die Laboruntersuchungen ist, dass bei natürlichem oder künstlichem Mischabwassereinfluss die Parameterbereiche deutlich anders liegen. Dies wird bei jeder Probenübergabe gesondert angesagt.

Diese Sonderereignisse werden mit 3 Probennahmen am ersten Tag, 2 Probennahmen am zweiten Tag und 2 Probennahmen am dritten Tag untersucht. Somit sind 7 Probennahmen zu erwarten. Starttag ist dabei entweder der Tag der wetterabhängigen Mischwassereinleitung in die Spree oder der Tag an dem die Zuführung von selbst gemischtem Abwasser/Spreewasser auf die Filter gegeben wird. Es wird angestrebt, bis zu 5 Mischabwasser-Ereignisse zu untersuchen für voraussichtlich 4 unterschiedliche Messpunkte. Somit ergeben sich voraussichtlich 140 Probennahmen pro Parameter hierfür.

LOS 3: Transport der Proben zum Labor

Die Probenentnahmestellen sind ausschließlich im Testfilter, der sich im Spreekanal in Berlin Mitte befindet. Es ist der pauschale Preis pro Anfahrt für die Abholung der Proben und Lieferung ins Labor anzugeben.

Bedingungen und Zuschlagskriterien

Es gilt als Zahlungsbedingung:
3% Skonto auf 21 Werktage / 30 Werktage netto.

Es wird keine bestimmte Rechtsform einer Bietergemeinschaft mit Auftragsvergabe gefordert.

Der Auftragnehmer sichert mit Angebotsabgabe die Erbringung der Leistungen durch qualifiziertes Fachpersonal zu.

Bei der Erteilung des Zuschlags wendet der Flussbad Berlin e.V. folgende Kriterien entsprechend der angegebenen Gewichtungen an:

70% Preisangebot
30% Erfahrungen mit vergleichbaren Projekten (Untersuchungen von Oberflächengewässer, Probenahmen bei Mischabwasser-Einleitungen)

Rückfragen und Angebotsabgabe

Rückfragen sind bis zum 25. Mai 2021 an office@flussbad-berlin.de zu stellen. Antworten werden protokolliert und auf der Webseite des Auftraggebers unter Laboruntersuchungen 2021 bis zum 27. Mai 2021 zur Verfügung gestellt.

Die Angebotsfrist endet am 31. Mai 2021.

Zur Angebotsabgabe bitten wir um eine elektronische Übersendung der geforderten Unterlagen per
E-Mail an office@flussbad-berlin.de mit dem Betreff „Angebot Laboruntersuchungen zur Wasserqualität der Spree 2021“.

Anbieter sollten sich bis zum 31. Juli 2021 an ihre angebotenen Preise gebunden halten.

Das Risiko des rechtzeitigen Eingangs des Angebots trägt der Anbieter. Verspätet eingetroffene Angebote werden als solche gekennzeichnet und ausgeschlossen. Eine Übermittlung per Fax ist nicht zulässig.

Hinweise nach §4 Abs. 3 Datenschutzgesetz: Die von Ihnen ggf. erbetenen personenbezogenen Daten werden zur Durchführung des Entscheidungsverfahrens beim Flussbad Berlin e.V. verarbeitet und bei Bedarf gespeichert.

Einzureichende Unterlagen und Anlagen

Einzureichende Unterlagen

1. Angebotsschreiben mit den jeweils angebotenen Losen siehe Dokument in der Anlage
2. Erklärungen zu Frauenförderung, ILO-Kernarbeitszeitnormen, Mindeststundenentgelt sowie der Verhinderung von Benachteiligungen gemäß Formblättern in der Anlage
3. Ausgefülltes und unterzeichnetes Formblatt der Preisliste inkl. Anlagen siehe Dokument in der Anlage
4. Auswahl von drei Referenzbeispielen vergleichbarer Projekte (siehe Zuschlagskriterien)
5. Nachweis der Unterschriftsberechtigung
6. Nachunternehmererklärung (im Fall der Beteiligung von Nachunternehmern)
7. Bieter-/Bewerbergemeinschaft (im Fall des Zusammenschlusses von Bietern)

Anlagen

1. Angebotsschreiben mit 12 Losen
2. BVB Frauenförderung
3. BVB ILO-Kernarbeitszeitnormen
4. BVB Mindeststundenentgelt
5. BVB Verhinderung Benachteiligung
6. Formblatt der Preisliste
7. Unterauftragnehmer/Eignungsleihe
8. Bieter-/Bewerbergemeinschaft
9. Ausschreibung