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FAQ - Frequenty asked question

Häufig wiederkehrende Fragen beantworten wir hier. Dabei haben wir sie in Themenkomplexe gruppiert, die im Laufe der Zeit mehr werden. Haben Sie eine Frage, die hier nicht beantwortet ist, dann melden Sie sich bei uns.

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Projektfortschritt

Wann kann man im Flussbad Berlin schwimmen?
Die Beantwortung dieser Frage ist nicht einfach, da sehr viele Parameter den genauen Zeitpunkt der Umsetzung beeinflussen. Während die technische Machbarkeit bereits nachgewiesen wurde, arbeiten wir bis 2018 an der Klärung aller noch offener Fragen. Danach kann es losgehen. Aus Gründen der Tradition - 1925 wurden die letzten Badeanstalt im Spreekanal geschlossen - gerne vor dem 100-jährigen Jubiläum, also vor 2025.

Was sind Ihre größten Hindernisse in der Realisierung des Projektes?
Neben planerischen, ökonomischen und rechtlichen Fragen ist vor allem die Trägerschaft zu klären. Bisher arbeitet der Verein - mit Unterstützung durch Bundes- und Landesmitteln - an einem Umsetzungsplan. Ob er auch Träger eines realisierten Flussbad Berlins wird, ist offen.

 

Filter

Wie genau funktioniert der Filter, den Sie einsetzen wollen?
Die genaue Funktionsweise wird zur Zeit untersucht. Nach aktuellen Planungen besteht der Filter aus einem ca. 50 bis 80 cm dicken Kiesbett, dass auf einer Lage von Beton-Rechteckprofilen mit ca. 1x2 m Kantenlänge liegt. Diese Profile können im Hochwasserfall die durch den Spreekanal abfließenden Wasserengen unter dem Filter ableiten. Das Kiesbett endet ca. 30 bis 50 cm unter der Wasseroberfläche und ist mit Wasserpflanzen bestückt, deren Wurzeln die Granulatzwischenräume freihalten, damit der Filter seine Funktionsfähigkeit behält. Vor dem Filter wird es einen Grobstoffrechen geben, der den Filter vor dem Eintrag größerer Objekte schützt.

Wie groß ist der Filter und wo wird er sich befinden?
Der Filter wird nach aktuellen Annahmen den Bereich zwischen Gertraudenbrücke (Leipziger Straße) und dem Wehr am Auswärtigen Amt ausfüllen, die Bepflanzung wird den Bereich um die Jungfernbrücke aussparen, damit diese in ihrer Wasserumgebung wirken kann. Die Länge des Filters umfasst demnach ca. 300 Meter und die Breite von ca. 18 Metern nimmt den gesamten Kanalquerschnitt in diesem Abschnitt ein. Er hat eine Fläche von ca. 5.400 m2 und ein Filtervolumen von ca. 4.400 m3.
Welche Wassermenge kann / muss der Filter reinigen, damit es Badewasserqualität bekommt?
Unsere Annahmen gehen von einem vollständigen Austausch des Wasservolumens im unteren Schwimmbereich pro Tag aus. Das sind rund 45.000 m3 und entspricht einem Volumenstrom von 520 l /sek. Bei einer Durchflussrate von ca. 5 m3/sek im Normalwasser würde die Fließgeschwindigket im Spreekanal auf ein Zehntel reduziert.

Welche Verunreinigungen der Spree muss der Filter aus dem Wasser entfernen, damit man dahinter schwimmen kann?
Die Spree kommt bereits leicht verunreinigt in Berlin an (Spuren von Sulfaten aus dem Braunkohletagebau, Düngemittel, Abwasserrückstände). Im Stadtgebiet kommen einerseits der vom Regen in den Fluss gespülte Straßendreck hinzu und andererseits – viel gravierender – die sogenannten „Überläufe“ der Kanalisation bei starkem Regen. Diese Überläufe, die zwanzig bis dreißig Mal im Jahr stattfinden, leiten jedes Mal Fäkalien, Reinigungsmittel und Hygieneartikel in den Fluss, der dann etwa fünf Tage braucht, bis er sich erholt hat. Ohne Filter geht es also nicht.

In den Medien hört man in letzter Zeit viel von dem hohen Sulfatgehalt der Spree. Was ist überhaupt Sulfat?
Sulfat ist ein Salz der Schwefelsäure. In den Braunkohletagebauen der Lausitz entsteht es, wenn das Mineral Pyrit, das sogenannte „Katzengold“, mit Sauerstoff in Kontakt kommt. Da Sulfat wasserlöslich ist, gelangt es über das Grundwasser in die Spree.

Ist es gesundheitsschädlich, das sulfathaltige Spreewasser zu trinken?
Nein, Sulfat ist in der Dosis, in der es in der Spree vorkommt, nicht giftig. In manchem Mineralwasser ist mehr Sulfat enthalten als in der Spree. Nur in sehr viel höherer Konzentration und bei regelmäßigem Genuss würde sulfathaltiges Wasser abführend wirken.

Ist das Baden in sulfathaltigem Wasser ein Problem?
Nein, denn selbst wenn man sulfathaltiges Wasser schluckt, sind die dabei zu sich genommenen Sulfatmengen unbedenklich. In der Berliner Badegewässerrichtlinie gibt es keine Grenzwerte für Sulfat. Für das Flussbad ist Sulfat kein Problem.

Lässt sich das Sulfat nicht aus dem Wasser herausfiltern?
Es ist nicht notwendig, das Sulfat ganz aus dem Wasser herauszubekommen. Ein Problem gäbe es nur, wenn die Konzentration noch weiter steigt. Dann müsste man das Wasser aus der Spree für ein Flussbad entsprechend behandeln. Bislang kann man die Konzentration nur durch die Einleitung von sulfatfreiem Wasser verdünnen, aber es wird an Verfahren geforscht, das Sulfat durch Filterung aus dem Wasser zu entfernen.

 

Abwasser im Spreekanal

Wie oft und in welchen Mengen werden Abwässer in den Spreekanal, also in den Bereich des geplanten Flussbades geleitet?
Das hängt davon ab, wie oft es zu Wolkenbrüchen im Einzugsgebiet der Mischwasserkanäle kommt, die Überläufe in den Spreekanal haben. Sieben solcher Einleitstellen gibt es, davon eine größere mit 1,8 Meter Durchmesser an der Schleusenbrücke. Bisher gibt es keine Messungen der eingeleiteten Abwassermengen. Rechnerisch ermittelt wurde mit den Regendaten aus 20 Jahren eine mittlere jährliche Einleitung von rund 40.000 m³ an maximal 11 „Wolkenbruchtagen“.

Warum wird überhaupt Abwasser in den Spreekanal geleitet? Gibt es dafür nicht Kläranlagen?
Die innerstädtische Mischwasserkanalisation soll alles Abwasser, also Regen- und Schmutzwasser, zur Reinigung in die Klärwerke bringen. Aber wenn in kurzer Zeit viel Regen fällt, kann der Pegel über das in den Klärwerken verarbeitbare Maß steigen. Dieses „Zuviel“, das auch die Abwässer aus den Haushalten enthält, läuft dann über Regenüberlaufschwellen in die Gewässer, um Überflutungen auf Straßen oder in Gebäuden zu verhindern.

An welchen Lösungsmöglichkeiten arbeiten die Berliner Wasserbetriebe, um die Einleitungen in Zukunft zu verhindern?
Sie bauen mit dem Land Berlin Stauraum für Abwasser – unterirdische Becken und Stauraumkanäle sowie Wehre und Drosseln in den Kanälen selbst. Aber: Regenwassermanagement ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Bei jedem Bauvorhaben sollten Eigentümer und öffentliche Hand zeitgemäße Regenwasserlösungen mitdenken, die die Kanäle vor Überlastung bei Wolkenbrüchen bewahren. So kann man versiegelte Flächen z. B. durch Begrünung von der Kanalisation abkoppeln, temporäre Speicher für Regenwasser etwa durch „Tieferlegen“ von Grün- und Sportflächen vorhalten und durch begrünte Dächer und Fassaden Lösungen zur Versickerung und Verdunstung schaffen.

Gibt es ein Recht auf sauberes Wasser?

Haben wir ein Recht auf eine saubere Spree?
Nein, ein einklagbares Recht des einzelnen Bürgers kann man aus dem geltenden Recht nicht herleiten. Allerdings sind die EU-Mitgliedsstaaten durch die im Jahr 2000 verabschiedete „Wasserrahmenrichtlinie“ verpflichtet, eine bestimmte Wasserqualität in den Gewässern sowie im Grundwasser sicherzustellen bzw. zu erreichen. Diese Richtlinie legt beispielweise Grenzwerte für Schwermetalle wie Quecksilber und Cadmium fest. Ergänzende Regelungen enthält darüber hinaus die „Nitratrichtlinie“ mit Blick auf den Eintrag von Düngemitteln in Gewässer. Die einzelnen europäischen Vorgaben sind in das nationale Recht, also das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes sowie das Berliner Wassergesetz übernommen worden.

Ist die Wasserrahmenrichtlinie auch für Badegewässer zuständig?
Ja, im Hinblick auf die Einhaltung der dort geregelten Grenzwerte für bestimmte Schadstoffe und weitere ökologische Parameter.Zusätzlich gibt es aber die – 2006 überarbeitete – „Badegewässerrichtlinie“ der EU. Darin geht es nur um jene Flüsse und Seen, die als Badegewässer ausgewiesen sind. Dort darf der einzelne Bürger davon ausgehen, dass die entsprechenden Vorgaben eingehalten sind und keine (akuten) Gesundheitsrisiken wie Erbrechen und Durchfall vom Baden drohen.

Welche Anforderungen müssen ein Badesee oder ein Flussbad nach der Badegewässerrichtlinie erfüllen?
Das Wasser darf beim Baden nicht krank machen. Deswegen wird es v. a. auf Indikatoren untersucht, die die Einleitung von Fäkalien anzeigen: Kolibakterien oder intestinale Enterokokken, d.h. Bakterien, die aus dem Verdauungsprozess von Mensch oder Tier stammen. Sie können zu Durchfall und Erbrechen führen.

Wer kontrolliert die Einhaltung dieser Richtlinien?
Die zuständigen Behörden in den Bundesländern. In Berlin sind das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) und die Gesundheitsbehörden der Bezirke zuständig. Während der Saison, d.h. von Mai bis September, prüfen sie regelmäßig die Wasserqualität in Seen und Flüssen, wo öffentliche Badestellen ausgewiesen sind.

Wird das Flussbad die Badegewässerrichtlinien erfüllen?
Ja, nach den bisherigen Untersuchungen dürfte das möglich sein. Die Herausforderung ist vor allem Starkregen. Denn die Berliner Kanalisation ist noch immer nicht so ausgelegt, dass in diesen Fällen ein Überlaufen vermieden wird. Dieses Problem muss Berlin aber generell und unabhängig vom Flussbadprojekt lösen. Sollte die Berliner Verwaltung das in den kommenden Jahren nicht angehen, käme für das Flussbad die Sperrung an den betreffenden Tagen in Betracht.

Was bedeutet das Flussbad für die Einhaltung der Wasserrahmenrichtlinie?
Das Flussbad ist ein Modellprojekt. Es führt nicht zur Reinigung der gesamten Spree. Insbesondere die vorgesehene Filteranlage würde aber zu einer verbesserten Wasserqualität in einem sehr zentralen und sichtbaren Abschnitt der Spree führen. Dadurch könnte ein Beitrag zur Einhaltung der Wasserrahmenrichtlinie in Berlin geleistet und die Berliner Verwaltung insofern unterstützt werden.

Der Spreekanal ist eine „Bundeswasserstraße“. Was bedeutet das für das Flussbad-Projekt?
Mit der Widmung als „Bundeswasserstraße“ wird zweierlei zum Ausdruck gebracht: Der Bund ist für ein Gewässer zuständig, und es ist für den Schiffsverkehr vorgesehen. Alle größeren Flüsse und Kanäle sind Bundeswasserstraßen. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass der Bund diesen Kanal zwischen Bode-Museum und Inselbrücke, der ja tatsächlich auf voller Länge nicht mehr von Schiffen durchfahren wird, entwidmet bzw. umwidmet und die Verwaltung an das Land Berlin abgibt. Denkbar wäre auch, dass er Bundeswasserstraße bleibt, sich der Bund aber verbindlich verpflichtet, ihn nicht mehr für den Schiffsverkehr freizugeben.

Gemeinnützigkeit und Förderungen

Kann ich meine Mitgliedsbeiträge / Spende steuerlich absetzen?
Ja, Flussbad Berlin ist ein gemeinnütziger Verein, für Spenden und Mitgliedsbeiträge stellen wir für das Finanzamt konforme Belege aus, die Sie mit Ihrer Steuererklärung einreichen können.