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PM-Absage 3. Berliner Flussbad Pokal

PM ~ Absage 3. Berliner Flussbad Pokal

Nach dem Starkregen am Donnerstag kann in diesem Jahr auf Grund mangelhafter Wasserqualität und den damit verbundenen Gesundheitsrisiken leider nicht an der Museumsinsel geschwommen werden. Alternativ lädt der Verein am Sonntag, 2. Juli 2017 um 12 Uhr zum Singen statt Schwimmen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

zwei Mal ist es bereits gelungen: Mit der Austragung des Flussbad Pokals in den vergangenen beiden Jahren ermöglichte es der Verein mit seinen vielen ehrenamtlichen Helfer*innen und Berliner*innen, wieder in Kontakt mit der innerstädtischen Spree zu kommen. Sie konnten sich unmittelbar von den Potentialen des Flussbad Projektes entlang der Spreeinsel überzeugen und gleichzeitig ein Zeichen für den allgemeinen Gewässerschutz setzen. Mit insgesamt über 360 angemeldeten Schwimmer*innen hatte sich die Anzahl der Anmeldungen im Vergleich zum Vorjahr nun fast vervierfacht.

 

Bedingt durch Starkregen am vergangenen Donnerstag und Freitag ist es zu massiven Überläufen aus der Mischwasserkanalisation auch in den Spreekanal gekommen und hat den Fluss so stark verunreinigt, dass der 3. Flussbad Pokal im Kupfergraben abgesagt werden muss. Jan Edler von Flussbad Berlin e.V.: „Natürlich ist die Absage des Schwimmens nach vielen Wochen der Vorbereitung für alle Beteiligten eine große Enttäuschung. Aber Gesundheit und Sicherheit der Schwimmer*innen gehen vor!“

 

Als Alternativprogramm sind alle zu 12.50 Uhr eingeladen, auf der südlichen Monbijoubrücke gemeinsam mit der Berliner Sängerin Barbara Morgenstern und dem Chor der Kulturen der Welt zu singen und unserem Wunsch für das Flussbad, den allgemeinen Gewässerschutz, eine nachhaltige Stadtentwicklung und gesellschaftliche Teilhabe kollektiv Ausdruck zu verleihen.

 

In der Regel ist das in Berlin ankommende Spreewasser trotz einiger Belastungen aus der Landwirtschaft und dem Tagebau qualitativ so gut, dass man darin schwimmen könnte. Die entscheidende Verunreinigung erfolgt erst in Berlin. Etwa 15 bis 25 Mal pro Jahr übersteigt das in die Kanalisation eingeleitete Regenwasser deren Fassungsvermögen, so dass der Inhalt mit allen darin enthaltenen ungeklärten Abwässern, d.h. mit Fäkalien, Spülrückständen und Hygieneartikeln, ungeklärt in Spree, Spreekanal und Landwehrkanal „überläuft“. Mit gravierenden Folgen für die Wasserqualität und das ökologische Gleichgewicht des Flusses.

"Wir haben auf dem Weg zur sauberen Spree schon eine Menge geschafft, wie der Flussbad-Pokal 2015 und 2016 sowie die Analysewerte bis gestern Mittag gezeigt haben. Und wir haben noch deutlich mehr vor und z. T. auch schon im Bau. Aber die letzten 24 Stunden waren als himmlische Sintflut ein Jahrhundertereignis. Es hat in einigen Bezirken in dieser Zeit mehr geregnet, als sonst in einem Vierteljahr. Parkplätze für solche Wasser-Massen zu bauen ist schlicht unreal, weil der Platz dafür fehlt und das Geld angesichts der Seltenheit solcher Wetterphänomene auch fehlinvestiert wäre", so Stephan Natz, Pressesprecher der Berliner Wasserbetriebe.

 

Der Verein Flussbad Berlin setzt sich seit Jahren für die Realisierung des gleichnamigen Stadtentwicklungsprojektes und eine Rückgewinnung der Spree als Lebensader für die Berliner*innen ein. Seit 2014 wird das international mehrfach ausgezeichnete Vorhaben im Rahmen des Bundesprogramms Nationale Projekte des Städtebaus durch Bund und Land gefördert.