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Lebenswerte Stadt

Das Projekt Flussbad möchte den Kanalraum auf der gesamten Länge als öffentlichen Raum zur Erholung erschließen und das aktive Naturerleben der Menschen in der Stadt fördern.

Der Spreekanal, der an der Fischerinsel nach Südwesten von der breiteren Hauptspree abzweigt und am Bode-Museum wieder in diese einmündet, ist fast zwei Kilometer lang. Mit der Verlegung des Schiffsverkehrs auf die Hauptspree verlor der Kanal 1894 seine ursprüngliche Funktion als hoch frequentierter Verkehrsweg. Seit dem Jahr 2000 ist keine durchgehende Schifffahrt im Kanal mehr möglich. Heute dient er der Hoch- und Abwasserabfuhr. Das Projekt Flussbad möchte dies ändern und den Kanalraum auf der gesamten Länge als öffentlichen Raum zur Erholung erschließen und das aktive Naturerleben der Menschen in der Stadt fördern.

Schwimmer im Wasser am Lustgarten und vorm Zeughaus, Foto: cc Annette Hauschild, Agentur OSTKREUZ 2016

Der Spreekanal soll in der warmen Jahreszeit als Badegewässer nutzbar gemacht werden. Im Winter hingegen könnte der Raum z.B. als Eissportfläche dienen. Der gereinigte Bereich des Wassers erstreckt sich zwischen dem Bestandswehr am Auswärtigen Amt und dem Bode-Museum an der nördlichen Spitze der Museumsinsel. Ein Abschlusswehr an der nördlichen Spitze, unmittelbar vor dem Bode-Museum, soll Rückflüsse des nicht gereinigten Wassers in den Schwimmbereich verhindert.

Mit großzügigen Freitreppen soll der Kanal für die Menschen der Stadt zugänglich gemacht werden, der bislang von hohen Mauern eingefasst wird. Diese Flächen dienen nicht nur der Überwindung des Höhenniveaus, sondern schaffen ganzjährig attraktive Aufenthaltsbereiche am Wasser, sie sind Treffpunkt-, Zugangs- und Erholungsort zugleich. Ebenfalls der Erholung soll auch ein durchgehender Fußweg entlang des Spreekanals dienen, dessen Bezug zur Wasserfläche insbesondere im Bereich der Fischerinsel durch partielle Absenkungen auf das Wasserniveau gestärkt werden soll und so zu einer Aufwertung des durch Wohnnutzungen geprägten Stadtteils beiträgt.

Das Flussbad Projekt enthält zahlreiche Aspekte, die in Übereinstimmung mit geltenden Vorstellungen einer nachhaltigen Stadtentwicklung stehen und zeigt zugleich positive Entwicklungsmöglichkeiten für Berlin auf. So werden natürliche Ressourcen effizient und schonend genutzt und dies mit geringen baulichen Eingriffen. Zudem wird mit einer saisonalen Verringerung des Verkehrsaufkommens in der Stadt gerechnet, da die Bevölkerung keine weiten Wege ins Umland mehr zurücklegen muss, um zu einem natürlichen Badegewässer zu gelangen. In diesem Kontext steht auch der Aspekt der „sozialen Nachhaltigkeit“: Das Projekt wirkt dem problematischen Trend der Nutzungsentmischung und der Ausgrenzung von Bevölkerungsgruppen in der Stadtmitte entgegen.

Einzugsgebiet Flussbad Berlin, Grafik: realities:united, 2012

Anders als der Name suggeriert, sieht das Flussbad Projekt übrigens keine Schaffung einer Badeanstalt vor. Es sind weder ein beaufsichtigter Badebetrieb noch eine bauliche oder organisatorische Abgrenzung des Raumes vorgesehen. Dennoch möchten wir den Schwimmer*innen eine Grundinfrastruktur zur Verfügung stellen, dazu zählen Toiletten, Kaltwasserduschen, Umkleidebereiche und Schließfächer.